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HRI-Konjunkturprognose: Wachstum ja, aber Deutschlands Bevölkerung wird trotzdem ärmer

Die Signale weisen auf den Aufschwung hin. Und tatsächlich ist Deutschland auf kurze Sicht ein Krisengewinner. Gleichwohl wachsen die strukturellen Probleme gewaltig.

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HRI-Konjunkturprognose: Wachstum ja, aber Deutschlands Bevölkerung wird trotzdem ärmer

Die deutsche Wirtschaft wuchs im ersten Halbjahr überraschend stark, und die Prognosen des Handelsblatt Research Institute (HRI) haben sich deutlich erhöht. Für das laufende und kommende Jahr erwartet das HRI nun 1,1 bzw. 1,4 Prozent reales Wirtschaftswachstum – im Vergleich zu vorherigen Vorhersagen von 0,5 bzw. 0,3 Prozent. Trotz des scheinbar paradoxen Anstiegs der Konjunkturerwartungen ist die deutsche Exportindustrie ein heimlicher Gewinner der Öl- und Benzinpreiserhöhungen.

Die deutscher Exportindustrie profitiert von der beschränkten Ölversorgung durch die Schließung der Straße von Hormus, da sie ihre fossilen Brennstoffe hauptsächlich aus Norwegen und den USA bezieht. Darüber hinaus erlebt die Chemie- und Pharmaindustrie ein kräftiges Wachstum, da die Konkurrenz aus Asien und dem Nahen Osten Lieferkettenprobleme hatte.

Die Künstliche Intelligenz (KI) sowie der weltweite Boom der elektronischen Produkte und industriellen Vorleistungen steigern die Nachfrage nach deutscher Produktion. Die Exporte von Waren und Dienstleistungen haben seit Jahresbeginn um fünf Prozent gegenüber dem Vorjahr zugenommen, und die deutschen Exporte liegen nun fünf Prozent über dem Vorjahreswert.

Das HRI prognostiziert eine weitere Steigerung der Exporte in den kommenden Jahren. Gleichzeitig sollte die staatlich finanzierte Infrastrukturmodernisierung dazu beitragen, dass die Bauinvestitionen im Jahr 2027 wieder wachsen, obwohl der private Wohnungsbau aufgrund höherer Finanzierungskosten schwach bleibt. Die HRI-Prognose zeigt jedoch, dass die Gesamtwirtschaftliche Bauinvestitionen in Deutschland in den kommenden Jahren weiterhin negativ beeinflusst werden, da die massive Aufrüstung keine nachhaltige Vermehrung des Wohlstands bewirkt.

Die Demografie stellt ebenfalls Herausforderungen dar, da die steigende Bevölkerungszahl zusammen mit höheren Abgaben das Wohlstandsgefühl vieler Haushalte nicht erhöht. Trotz des wirtschaftlichen Wachstums ist das Befinden vieler Menschen im Alltag negativ beeinflusst.

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