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Der Aufschwung in der Schweizer Industrie stimmt Anleger euphorisch. Doch es gibt weiterhin Probleme

Optimismus kehrt in die Schweizer Industrie zurück. Viele Firmen stehen aber weiter auf der Kostenbremse, die Krise der letzten Jahre hat die Ertragskraft erodieren lassen. Was bedeutet das für die Beschäftigten?

Der Aufschwung in der Schweizer Industrie stimmt Anleger euphorisch. Doch es gibt weiterhin Probleme

Die Schweizer Industrie erlebt einen Aufschwung, der Anleger in Euphorie versetzt. Dennoch haben viele Unternehmen weiterhin mit Kostenproblemen zu kämpfen. Die Krise der letzten Jahre hat die Ertragskraft der Industrie erheblich geschwächt. Erfahrene Anleger sind der Ansicht, dass die bisherigen hohen Kursgewinne bei den Aktienmärkten lukrativ sind, sobald der Aufschwung bei den Unternehmen erst in den Kinderschuhen steckt.

Im vergangenen Quartal verzeichneten Schweizer Industrieaktien erhebliche Gewinne. Günstigste Wertsteigerungen erlebten die Titel von Gurit, Arbonia, Feintool und Komax. Gurit, ein Zürcher Hersteller von Verbundmaterialien, verdoppelte innerhalb eines Monats seine Aktienkurse. Arbonia steigerte sich um 26 Prozent, während Feintool und Komax jeweils etwa 25 Prozent an Wert gewannen.

Diese starken Kursentwicklung erfolgte von niedrigen Startpositionen. Insgesamt haben Schweizer Industrie-Aktionäre in den letzten fünf Jahren immer noch 70 Prozent Verluste hinnehmen müssen. Das spiegelt die tiefliegende Krise wider, die viele Teile der Schweizer Industrie vor Kurzem heimschlug. Dennoch ist die Rückeroberung des Marktes bei vielen Unternehmen erfolgreich.

Einkaufsmanagerindizes deuten auf eine breit gestreute Erholung hin. Die Wachstumserwartungen in fast allen wichtigen Absatzregionen der Schweizer Unternehmen sind hoch. Auch in Deutschland, dem traditionellen größten Exportmarkt für Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallprodukte, ist die Wirtschaft in jüngster Zeit aufwärts gewandelt.

Im Gegensatz dazu sollte sich Arbonia, der stark auf den deutschen Baumarkt ausgerichtet ist, in diesem Jahr weiter wirtschaftlich verbessern. Die Marktforscher von Euroconstruct gehen von einem Wachstum von 4,5 Prozent in der ersten Jahreshälfte aus und erwarten eine Steigerung von 3,5 Prozent im laufenden Jahr. Diese Aussichten sind gut für den führenden deutschen Hersteller von Türen.

Die Bank UBS glaubt jedoch, dass Investoren die Dynamik im deutschen Baumarkt und deren positiven Einfluss auf Arbonia weiter unterschätzen. Doch trotz dieser Hoffnungen sehen sich Schweizer Industrieunternehmen immer noch mit Herausforderungen konfrontiert. Der Export mit der Automobilbranche bleibt schwach, und viele Hersteller lancieren in dieser Branche weniger neue Modelle.

Darüber hinaus haben viele Unternehmen seit der Krise ihre operative Rentabilität nicht wieder herstellen können. Komax beispielsweise steigerte im ersten Halbjahr seine ergebnisreinende operative Marge von 2,7 auf 6,1 Prozent, blieb aber immer noch weit unter dem langfristigen Zielwert von über 10 Prozent. Das Management von Komax startete ein weiteres Kostensenkungsprogramm, um die Ergebnisse zu verbessern.

Auch Arbonia hat eine Fitnesskur angekündigt, um die Kosten zu kontrollieren. Dennoch ist für viele Industrie-Arbeitnehmer der Aufschwung weniger positiv zu bewerten als für die Aktionäre. Die Unternehmen müssen weiterhin Kosten senken, was sich auf die Beschäftigten auswirken könnte.

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