Dax-Sentiment: Anlegerstimmung bricht ein – auch die Aktienkurse könnten weiter fallen
Anleger waren an der Börse zuletzt zu optimistisch. Nun werden sie von der Realität eingeholt. Wer auf eine Erholungsrally setzt, könnte enttäuscht werden, zeigt eine Handelsblatt-Umfrage.
Die deutsche Aktienmärkte zeigt einen anhaltenden Abwärtstrend, wobei der Dax in der letzten Woche knapp zwei Prozent an Wert verlor. Dies deutet darauf hin, dass die Kurskorrektur noch nicht beendet ist, wie die Handelsblatt-Umfrage Dax-Sentiment zeigt. Jeden Freitagmorgen bis Samstagabend werden mehr als 10.000 Privatanleger nach ihrer aktuellen Markteinschätzung befragt.
Die Antworten, die von Stephan Heibel, Geschäftsführer von AnimusX, analysiert werden, haben in der letzten Woche alarmierende Ergebnisse ergeben. Er warnte vor einer "Wahrnehmungsverzerrung" unter deutschen Anlegern, die die aktuelle Situation zu positiv bewerten könnten, was zu weiteren Kursabfällen führen könnte.
Die Kursentwicklung hat die Stimmung nun von plus 1,0 auf minus 5,0 Punkte einbrechen lassen, was der stärkste Stimmungsumschwung seit dem Beginn des Ukrainekriegs Anfang März ist. Der Extrembereich ist erreicht, wobei Werte von minus vier Punkten "Angst und Panik" anzeigen. Energiepreise und Anleiherenditen tragen zu den negativen Vorboten bei, die in der vergangenen Woche ignoriert wurden.
Nur fünf Prozent der Befragten haben den Dax noch in einem Aufwärtstrend eingestuft, während 55 Prozent einen Abwärtstrend beobachten. Die Verunsicherung ist auf minus 5,2 Punkte angestiegen, und die Zukunftserwartungen sind ebenfalls negativ, aber immer noch im positiven Bereich. Die Diskrepanz zwischen aktuellen Stimmung und Erwartungen ist typisch für frühen Stadium einer Kurskorrektur, fordert Heibel, dass Anleger sorgfältig in defensive Positionen bleiben.
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