Arbeitsmarkt: Was sollten junge Menschen im KI-Zeitalter studieren?
Weniger Stellen, viel Frust: Junge Akademiker in den USA und Deutschland müssen sich auf einem unsicheren Jobmarkt behaupten. Mit welchen Fächern sich ihnen die größten Chancen bieten.
Junge Menschen in den USA und Deutschland sind zunehmend besorgt über die Auswirkungen der Künstlichen Intelligenz (KI) auf ihren Arbeitsmarkt. Eine Studie ergab, dass die Erwerbslosenquote junger Akademiker in den USA seit dem Jahr 2022, dem Jahr, als ChatGPT auf den Markt kam, über der Gesamtquote liegt. In Deutschland beträgt die Erwerbslosenquote junger Hochschulabsolventen zwischen 25 und 29 Jahren ebenfalls leicht über der der Gesamtbevölkerung.
Das Handelsblatt analysierte Stellenausschreibungen in den USA und Deutschland und identifizierte, welche Studienrichtungen bei der KI-Disruption am stärksten betroffen sind. Weitere noch nachgefragte Studienrichtungen und wie junge Menschen aus über 23.000 Studienfächern in Deutschland die aussichtsreichsten auswählen, wurden ausgewertet.
Der Grund für die verschlechterten Bedingungen für Berufseinsteiger ist zweifellos, dass viele Unternehmen auf Kostengründen keine neuen Stellen besetzen. Die wirtschaftspolitische Unsicherheit, Konkurrenz durch China und Energiekrisen haben ebenfalls zu schlechten Bedingungen für neue Arbeitsplätze geführt, wie Enzo Weber von der IAB erklärt.
Obwohl frühere Krisen wie die Corona- oder Finanzkrise für Hochschulabsolventen "durchhaltige" Schocks waren, ist die aktuelle "Erneuerungskrise" in Bezug auf die Arbeitsmärkte durch die KI eine besondere Situation, insbesondere für Akademiker.
Die Nachfrage nach sogenannten "White-Collar"-Berufen, wie Softwareentwicklung, Personalwesen und Marketing, hat seit 2022 insgesamt um 37 Prozent zurückgegangen. Die Zahl der Stellenausschreibungen konnte sich in manchen Berufsgruppen wie Ergo-, Physio- und Psychotherapeuten sogar erhöhen. Ärzte-, Fachärzte- und Sozialberufe bleiben aufgrund des demografischen Wandels weiterhin stark nachgefragt. Für jungen Menschen, die ein Studium anstreben, sind medizinische und soziale Studiengänge besonders attraktiv.
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