Vermögensaufbau: Kinderdepot ab der Geburt: Österreichs Koalition streitet über millionenschweres Reformvorhaben
Die ÖVP will Neugeborene an den Kapitalmarkt heranführen. Doch Koalitionspartner SPÖ sieht Probleme bei der Konzeption und Finanzierung. Berlin hat ein ähnliches Gesetz bereits beschlossen.
Als Kind in Österreich geboren wird, soll es zukünftig nicht nur eine Geburtsurkunde, sondern auch ein Wertpapierdepot erhalten. Eine Startsumme von 500 Euro wird vom Staat bereitgestellt und Eltern und Dritte können bis zu 5000 Euro jährlich hinzufügen. Alle Erträge bis zum 18. Lebensjahr sind steuerfrei. Dieses Konzept stellte die ÖVP Ende August vor und soll im kommenden Jahr eingeführt werden.
Es wäre eines der umfangreichsten Kinderdepot-Modelle in Europa. Großbritannien, Vorreiter 2005 mit dem Child Trust Fund, zahlte zwischen 250 und 500 Pfund pro Kind, doch das Programm wurde sechs Jahre später aufgrund von Kostengründen eingestellt. Internationale Erfahrungen zeigen, dass solche Modelle politisch ambitiös, aber finanziell anspruchsvoll sind.
Nur wenige Tage nach der Vorstellung verkündete das Finanzministerium, der geplante Start sei "praktisch unmöglich", da das Budget nur für zwei Generationen ausreiche. SPÖ-Sprecher betonten, dass Kapitalerträge in der Budgetierung nicht berücksichtigt waren und auch finanziert werden müssten. Spannende Diskussionen über die technische Umsetzung und die Rolle des Kapitalmarktes als Instrument für alle entfachten.
Die ÖVP bestätigte ihr Zeitplan, betonte aber den nicht unmittelbaren budgetären Effekt und die volle Zugänglichkeit der Chancen.
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