Antriebe: Klimabilanz von Plug-in-Hybriden wird immer schlechter
Dass Plug-in-Hybride nicht so klimafreundlich sind wie behauptet, ist bekannt. Der Abstand zwischen Prüfstandwert und realem CO₂‑Ausstoß wird allerdings immer größer, zeigt eine neue Studie.
Eine Auswertung neuer EU-Daten durch die Umweltorganisation Transport & Environment (T&E) zeigt, dass die Lücke zwischen den offiziellen und den tatsächlichen CO₂-Emissionen von Plug-in-Hybriden immer größer wird. Im Jahr 2024 lagen die realen Emissionen von zugelassenen Fahrzeugen bei durchschnittlich 145 Gramm CO2 je Kilometer, während die offizielle WLTP-Messung nur 24 Gramm erreichte.
Im Vergleich zum Vorjahr stiegen die realen Emissionen von 138 auf 145 Gramm und die offiziellen 24 auf 28 Gramm, wodurch sich die Differenz innerhalb eines Jahres von 110 auf 121 Gramm je Kilometer erhöhte. Längerfristig hat sich die Abweichung weiter vergrößert: Bei den zugelassenen Plug-in-Hybriden im Jahr 2021 waren die realen Emissionen noch rund 3,5 Mal höher als die offiziellen Angaben, im Jahr 2022 das Vierfache und im Jahr 2023 knapp das Fünffache.
Der Faktor für die Emissionen von Plug-in-Hybriden im Jahr 2024 liegt nun bei etwa sechs. Diese Entwicklung hat sich seit der Einführung der EU-Praxismessungen für Plug-in-Hybride im Jahr 2021 ununterbrochen fortgesetzt. Daten von etwa 220.000 Plug-in-Hybriden werden von der EU übermittelt, um die Abweichung zwischen den praktischen und offiziellen Emissionen zu verfolgen.
Ein wesentlicher Grund für diese Diskrepanz ist der sogenannte Utility Factor, der bei den Herstellerangaben berücksichtigt wird und den Anteil der Fahrleistung beschreibt, der als elektrisch in den offiziellen CO2-Wert einberechnet wird. Diese Annahme lässt in der Praxis oft hinter dem tatsächlichen Wert zurück, was dazu führt, dass die Werte im normalen Betrieb zunehmend vom WLTP-Prüfverfahren abweichen.
Um diesen Unterschied zu verringern, hat die EU eine schrittweise Korrektur beschlossen und plant eine weitere Anpassung für 2027. Die meisten Plug-in-Hybride bestehen aus einem Verbrennungsmotor und mindestens einem Elektromotor, wobei die Batterie oft extern aufgeladen wird. Im Gegensatz zu reinen Hybriden kann das Modell im Alltag hauptsächlich elektrisch betrieben werden, aber in der Praxis werden viele Modelle kaum geladen, da die elektrische Reichweite insbesondere im Winter begrenzt ist und das Aufladen oft sehr lange dauert.
Ob die erhöhten Batteriekapazitäten und größere Reichweiten, die seit 2021 von deutschen und chinesischen Herstellern eingeführt wurden, die Nutzergewohnheiten ändern und die CO₂-Statistik in den kommenden Jahren verbessern, kann nur abwarten werden.
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