Karriere: „Es ist in Ordnung, kein Karriereziel zu haben“
Die Londoner Neurowissenschaftlerin Anne-Laure Le Cunff forscht über den Weg zu Erfolg und mehr Produktivität. Statt sich große Ziele zu setzen, rät sie zu einer anderen Strategie.
Neurowissenschaftlerin und Autorin eines Buches über Erfolg wird man fragen, ob es eine wissenschaftliche Formel für Erfolg gibt. Antwort ist nein, denn es gibt keine Zauberformel. Aber wie man lernt, zeigt Neurowissenschaft. Das kann Chancen auf Erfolg erhöhen. Wie funktioniert das? Das Gehirn lernt durch Experimentieren. Zunächst wahrnehmt es Informationen aus der Umgebung, bildet daraus Vorhersagen.
Sie können richtig oder falsch sein, aber es ist großartig, dass das Gehirn aus dem Ergebnis lernt. Dieses Experimentieren im Alltag wird jedoch zu wenig genutzt, da Unsicherheit Angst hervorruft. Man versucht, den experimentellen Prozess zu umgehen, indem man sich auf lineare Ziele festlegt und einen Erfolgsrezept folgt. Das ist schlecht, weil solche Ansätze Lernen, Wachstum und Selbstfindung behindern.
Unsere Definition von Erfolg sollte auf inneren Maßstäben beruhen, wie Freude am Arbeiten. Ein lineares Ziel wie „Marathon in unter zwei Stunden laufen“ wäre ein winziges Experiment: Testen Sie jeden Tag 30 Minuten lange Lauftraining und sehen Sie, was funktioniert.
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