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Geldanlage: Sylt verzeichnet Verkaufswelle – Werden Immobilien auf Nordseeinseln zu Schnäppchen?

Die Preise für Häuser und Wohnungen auf Sylt sinken erstmals seit Jahren, das Angebot wächst. Top-Makler verraten, welche Chancen der derzeitige Käufermarkt auf den Nordseeinseln bietet.

Geldanlage: Sylt verzeichnet Verkaufswelle – Werden Immobilien auf Nordseeinseln zu Schnäppchen?

Der Sylter Immobilienmakler Martin Dau berichtet über den aktuellen Zustand des Immobilienmarktes auf der Nordseeküste. Er erwähnt, dass eine 50 Quadratmeter große Wohnung, die er bereits 2018 verkauft hatte für rund 700.000 Euro, heute für weniger als 550.000 Euro versteigert wird. Dau erklärt, dass "innerhalb weniger Jahre ein erheblicher Wertverlust realisiert wurde".

Der Handelsblatt sprach mit Fachleuten über Kundenwünsche, bürokratische Herausforderungen und marktrelevante Informationen. Die Nordseeinseln, einschließlich Sylt, sind ein Beispiel für einen problematischen Immobilienmarkt auf der gesamten Nordsee. Preise sind gesunken und das Angebot übersteigt die Nachfrage. Experten sprechen offen von einem "Käufermarkt".

Käufer haben unterschiedliche Interessen – sie möchten eine eigene Nordseeanlage besitzen, sie vermitteln sie, nutzen sie oder ziehen später dorthin. Makler treffen auf ein verändertes Klientenprofil, das heute qualitativ hochwertigere und wertvollere Immobilien sucht. Es gibt eine preisliche Zweiteilung auf dem Markt: moderne Immobilien mit nahezu keinem Abschlag sowie ältere Objekte mit möglichen Preisabschlägen, die möglicherweise Modernisierungsbedarf haben oder klare rechtliche Nutzungsmöglichkeiten fehlen.

Die finanziellen Möglichkeiten der Interessenten haben sich ebenfalls verändert. Ole König, Vorsitzender des Vereins Sylter Unternehmen, unterscheidet drei Kundengruppen: ersten, zweiten und dritten. In der ersten Gruppe suchen Käufer nach Immobilien bis zu einem Preis von einer Million Euro. Es herrscht eine gute Nachfrage nach Eigentumswohnungen mit zwei bis vier Zimmern.

Die zweite Gruppe sucht nach Immobilien im Preissegment von einer bis vier Millionen Euro. Hier haben viele Käufer Schwierigkeiten mit der Finanzierung. Die dritte Gruppe sucht nach Immobilien mit einem Preis jenseits von vier Millionen Euro. In Keitum und Kampen werden Preise zwischen fünf und acht Millionen Euro für gute Haushalte und Einfamilienhäuser typisch.

Neben der Bezahlbarkeit der Immobilie steht seit Jahren ein existenzieller Problem auf dem Immobilienmarkt in den Nordseeregionen: viele Ferienwohnungen existieren ohne Genehmigung. Gesetzliche Grundlage ist ein Bebauungsplan, der nur eine Wohnnutzung vorsieht. Viele ältere Objekte wurden über Jahrzehnte touristisch genutzt, ohne dass diese Nutzung immer dokumentiert oder genehmigt wurde.

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