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Regierung: „Überwiegend gestörte, belastete Verhältnisse“ – Wie ein Forscher die deutschen Kanzler bewertet

Wo schöpfen deutsche Regierungschefs ihre Ideen? Der Wissenschaftler Peter-André Alt hat das Intellektuelle in den Kanzlern der Republik gesucht. Und beim Amtsinhaber ein Problem gefunden.

Regierung: „Überwiegend gestörte, belastete Verhältnisse“ – Wie ein Forscher die deutschen Kanzler bewertet

Die Geschichte der deutschen Regierung ist auch eine Geschichte ihrer Kanzler. Zwischen 1969 und 2025 gaben es acht Kanzler bzw. eine Kanzlerin. Drei von ihnen regierten extrem lange, drei extrem kurz. Fünf von ihnen waren von der CDU und vier von der SPD. Einige Kanzler zeigten Charisma, andere Beharrlichkeit. Die Frage auf, wie sie sich mit den Intellektuellen, der geistigen Elite ihres Landes, verhielten, untersuchte Peter-André Alt, ein Literaturwissenschaftler und Historiker.

Er schreibt in "Die Kanzler und die Intellektuellen" über "überwiegend gestörte, mindestens belastete Verhältnisse". Er war schockiert von den Überraschungen, die seine fünfjährige Forschung ans Licht brachte. Kurt-Georg Kiesinger hätte große Potenziale gehabt, aber sein Verständnis von Geist und Kultur passte einfach nicht zur Zeit des Wandels nach 1966.

Willy Brandt war kein Intellektueller, sondern ein Bohemien, was anders als üblich war. Helmut Schmidt respektierte Köhl sehr, obwohl es keine offensichtliche Beziehung zu Intellektuellen gab. Merkel hingegen hatte eine ausgezeichnete Verbindung zu Wissenschaftlern, was ihre Urteilskraft stärkte. Alt schließt, dass es kompliziert ist, wenn Politik und Kultur zusammenkommen.

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