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Das Drama um «Made in Italy»: wie Chinas neue Kontrollstrategie den italienischen Familienkapitalismus in die Zange nimmt

Die Zeiten des bequemen Geldes aus Fernost sind vorbei. Einst wurden chinesische Staatskonzerne als Retter in der Not begrüsst. Heute hingegen geht die Angst vor Technologietransfer und Spionage um, wie die Schlacht um den Jachtbauer Ferretti zeigt.

Das Drama um «Made in Italy»: wie Chinas neue Kontrollstrategie den italienischen Familienkapitalismus in die Zange nimmt

Das Drama um "Made in Italy" - wie Chinas neue Kontrollstrategie den italienischen Familienkapitalismus in die Zange nimmt

Die Zeiten der bequemen Einkäufe aus Fernost sind vorbei. Chinesische Staatskonzerne wurden einst als Errettung geworfen, heute herrscht Angst vor Technologietransfer und Spionage. Der italienische Familienkapitalismus, der zahlreiche Produkte mit dem Label "Made in Italy" produziert, steht nun im Visier. China interessiert sich weniger für Prestigetrophäen als für Zugang zu industrieller Know-how und europäischen Lieferketten.

Die Geschichte des Traditionsunternehmens Giochi Preziosi, der Hersteller von Gormiti und Disney-Lizenzen, zeigt diese Entwicklung. Der italienische Unternehmen wurde im Rahmen eines Rettungsverfahrens von einem chinesischen Zulieferer, Super Hisen, 80 Millionen Euro kontrolliert. Dieser Trend geht nun weiter, wie der Fall von Bialetti zeigt.

Der Design-Ikone wurde 2020 von einem chinesischen Investor gekauft, obwohl das Unternehmen seit Jahren in Schwierigkeiten war. Auch Golden Goose, eine hochprofitable Sneaker-Marke, fand ihr Wachstumskapital in China.

Das Interessante ist nicht, dass diese Marken plötzlich "chinesisch" werden, sondern dass sie neben ihrer europäischen Präsenz nun auch ein chinesisches Kapital haben. Dies ist ein wichtigerer Wandel als die Übernahme eines Weltkonzerns. China investiert weniger, strebt aber häufiger die operative Führung an. Der Schwerpunkt liegt zunehmend auf der Industrie, insbesondere auf Maschinenbau, Zulieferung, Energie und hochwertigen Konsumgütern.

Dieser Wandel in der chinesischen Investitionstätigkeit in Italien ist weniger spektakulär, aber möglicherweise bedeutender. China zieht nicht nur das italienische Etikett, sondern auch die dahinterliegenden Werte: Patente, Produktionswissen, Kundenbeziehungen, Ingenieure und den Zugang zu europäischen Märkten. Für Italien ist diese Entwicklung von Bedeutung, da es die Wahrnehmung von chinesischen Investitionen neu bewerten muss.

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