Aggressive Autofahrer: Wenn die Straße zur Kampfzone wird
Bilden wir uns das nur ein, oder nimmt die Ellenbogenmentalität auf Deutschlands Straßen tatsächlich zu? Eine aktuelle Verkehrsklimastudie der UDV liefert nun eine empirische Bestätigung.
Deutsche Straßen sind immer deutlicher von aggressivem Fahren geprägt, mit weniger bösegehackte Blicke oder Peinlichkeiten. Vorsicht ist das größte Anliegen der Autofahrer, die oftmals drängeln, andere Fahrer verbannen oder Platz mit dem Lichthupe beanspruchen. Radfahrer hingegen setzen Vorfahrt durch oder schieben durch das Verkehrslabyrinth.
Diese Ergebnisse ergab die jüngste Verkehrsklimastudie der Unfallforschung der Versicherer (UDV), die einen deutlichen Anstieg aggressiver Verhaltensweisen dokumentiert. Die Zahlen zeigen sich besonders deutlich, wenn man sie mit den langfristigen Vergleichen vergleicht. Die UDV untersucht das Verkehrsklima seit 2010, die Aggressivitätsindikatoren seit 2016, bei denen die Fragen vergleichbar gehalten werden.
Insgesamt wurde festgestellt, dass sich die Entwicklung nahezu konsequent in diese Richtung entwickelt. Auch im Jahr 2026 werden die Aggressivitätsindikatoren ansteigen: Von insgesamt 23 befragten Verhaltensweisen bei Autofahrern und Radfahrern verbesserte sich 2026 nur eine minimal, alle anderen verschlechterten sich. Inzwischen sagen 55 Prozent der Autofahrer, dass sie sofort abbremsen müssen, wenn sie sich über andere Ärgern.
2023 waren es 50 Prozent, 2016 erst 29 Prozent. Manche fahren bei einem vermeintlich langsam fahrenden Vordermann sogar sofort ab. 47 Prozent räumen ein, verglichen mit 36 Prozent vor drei Jahren und nur 29 Prozent im Jahr 2016. Fast jeder dritte Fahrer schert nach einem Überholmanöver nach, dass der Überholte nachfahren muss. Die Häufigkeit steigt von 24 auf 32 Prozent.
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