Börsenthema der Woche: Dax auf Rekordkurs – wie ist das möglich?
Es gibt mindestens fünf gute Gründe, warum der Dax trotz geopolitischer Krisen und chronisch schwacher deutscher Wirtschaft steigt.
Die Börse hat in der vergangenen Woche ihren 15. Rekordkurs in diesem Jahr erreicht. Der DAX-Wert hat seit seinem Tiefpunkt im März fast 20 Prozent zugelegt, vergangene vier Jahre haben ihn sogar um 100 Prozent erhöht. Trotz traditionell schwacher Börsenmonate im August und September gibt es fünf starke Gründe für die positive Entwicklung des DAX.
Erstens wächst die Weltwirtschaft mit etwa drei Prozent, was den deutschen Aktien gute Chancen bietet. 80 Prozent der Umsätze der DAX-Konzerne werden im Ausland erzielt, wobei die USA mit gut 23 Prozent den wichtigsten Einzelmarkt darstellen. Da das schwache Wachstum im Heimatmarkt weniger wichtig wird, haben die auslandsstarken Industrieunternehmen wie Siemens, Merck, Infineon und DHL vom KI-Boom und globalen Investitionszyklus profitiert.
Zweitens hat der russische Angriffskrieg in der Ukraine praktisch keine Rolle auf den Finanzmärkten, solange der Konflikt begrenzt bleibt. Ein Friedensabkommen, obwohl unwahrscheinlich, könnte langfristig durch deutsche auslandsstarken Industriekonzente profitieren. Drittens haben trotz steigender Ölpreise durch den Iran-Krieg die Ölpreise nur vorübergehend begünstigt, da weltweit genug Öl vorhanden ist, um dauerhafte Preiserhöhungen zu verhindern.
Viertens haben zwölf DAX-Konzerne ihre Jahresprognosen angehoben und Analysten prognostizieren im Durchschnitt, dass sie 2026 rekordverdächtige Gewinne erzielen und das Rekordergebnis des Jahres 2021 übertreffen werden. BMW, Mercedes und VW sind zwar bedeutende Autobauer, ihre Aktien sind jedoch in den letzten Jahren stark gefallen und spielen eine geringere Rolle an der Börse.
Airbus, Allianz, Deutsche Telekom, SAP und Siemens sind hingegen wertvoller und tragen wesentlich zum DAX bei.
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