300 Jahre alte Schiffswracks: Kochtopf und Kanone - Wracks erzählen Kriegsgeschichte
Die schwedische Fregatte „Postillion“ sank im eisigen Kriegswinter vor der Küste des heutigen Mecklenburg-Vorpommern. Sie und ihr Begleitschiff wurden gefunden. Ihr Zustand begeistert Archäologen.
Archäologische Funde in der Ostsee offenbaren Kriegsgeschichte aus dem Großen Nordischen Krieg von 1714. Zwei schwedische Schiffe - eine Fregatte und ein Transport-Begleitschiff - sanken vor der Küste von Mecklenburg-Vorpommern und blieben in Vergessenheit. Im Jahr 2016 wurden Überreste der Fregatte „Postillion“ entdeckt und eine Handelskutsche „Cecilie“ wurde sechs Jahre früher nahebei gefunden.
Die Wracks bieten Einblicke in das Leben an Bord, da organisches Material selten über lange Zeiträume überlebt. Archäologen fanden organische Materialien wie Kleidung, Tauen und Spielsachen sowie Schalen und Essbesteck. Die Besatzung der Fregatte bestand aus 110 Mann, das Schiff war 30 Meter lang und mit 20 Kanonen bestückt. Eine Kanone aus Bronze, die möglicherweise aus dem Dreißigjährigen Krieg stammt, wurde aus dem Ostseegrund gerissen und ist nun in einem Depot aufbewahrt.
Die Wracks sollen bis heute am Grund der Ostsee zwischen den Inseln Rügen und Usedom liegen, um zu verhindern, dass sie gestohlen werden. Die Ostsee ist reich an archäologischen Fundstätten.
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